Fließender Übergang im Dekanat

Maria-Louise Seipel übernimmt Fachstelle Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung

25. Februar 2025

Freut sich auf den Gestaltungsspielraum, den ihre neue Stelle eröffnet: Maria-Louise Seipel. Durch ihr ehrenamtliches Engagement auf unterschiedlichen Ebenen der EKHN ist sie mit der Situation der Kirche in der Region bereits sehr gut vertraut. Foto: Kunert

Selten gelingt der Übergang so geschmeidig: Mit der Ruhestandsversetzung von Rita Stoll Ende Februar wird keine Vakanz auf der Fachstelle für Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Büdinger Land entstehen. Am 1. März übernimmt Maria-Louise Seipel.

 

„Ich bin sehr froh, dass wir die Stelle nahtlos mit einer jungen und motivierten Persönlichkeit besetzen können“, sagt Birgit Hamrich, Dekanin im Büdinger Land. „Maria Louise Seipel überzeugt nicht nur durch ihre fachliche Qualifikation, sondern ist durch ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement auf unterschiedlichen Ebenen mit der Situation der Kirche in der Region bereits sehr gut vertraut.“ Die „Neue“ wiederum freut sich darauf, „auf einer Stelle mit großem Gestaltungsspielraum viel von meinen Kompetenzen einzubringen“.

 

Aufgewachsen in Gedern, besuchte sie das Gymnasium in Nidda, wo in der Oberstufe ihr Interesse an theologischen Fragen erwachte. Nach dem Abitur studierte sie Evangelische Theologie und Germanistik auf Lehramt an Gymnasien an der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo sie auch als studentische Hilfskraft am theologischen Institut tätig war. Neben dem Studium unterrichtete sie an der Gesamtschule Gedern Deutsch als Zweitsprache und erwarb anschließend als Lehrkraft an verschiedenen Schulformen weitere Berufserfahrung.

 

Als einen ihrer Studienschwerpunkte nennt die Religionspädagogin die Verbindung von Theologie und Kunst. Als Mitglied der Gesellschaft „pop.religion“ setzt sie sich mit Populärkultur auseinander und untersucht, „was sich an theologisch Relevantem außerhalb von Kirche in Kulturgütern findet“, wie sie erklärt. Nach dem Ersten Staatsexamen im Jahr 2020 nahm sie eine Dissertation über die religiöse Dimension im Werk des amerikanischen Künstlers Jeff Koons auf. Eine Forschungsarbeit, die sie gerne weiterverfolgen will und deren Ergebnisse bei passender Gelegenheit in ihre Tätigkeit im Dekanat einfließen werden.

 

Seit zehn Jahren engagiert sich die 30-Jährige in verschiedenen kirchlichen Gremien und blickt dabei über den Tellerrand hinaus. Direkt nach ihrem Schulabschluss hatte sie die Qualifikation zur Integrationslotsin erworben und begleitete Geflüchtete. Über dieses Engagement kam sie in Kontakt zur heimischen Kirchengemeinde, wo Pfarrer Kurt Johann den Impuls gab, für den Kirchenvorstand zu kandidieren. „Das war eine gute Ergänzung zum Studium“, stellt Seipel fest, die dort seit 2015 im Kinder- und Jugendausschuss sowie im Innovationsausschuss aktiv war. Vom Kirchenvorstand in die Dekanatssynode berufen, war Ihr Interesse an Kirchenpolitik geweckt. Seit 2022 gehörte sie dem Dekanatssynodalvorstand (DSV) an und wurde als Delegierte des Dekanats Büdinger Land in die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) entsandt. Mit Dienstbeginn wird sie ihre kirchlichen Ämter niederlegen.

 

Durch die Mitwirkung im DSV und in der Steuerungsgruppe zum landeskirchlichen Transformationsprozess EKHN2030 bekam sie bereits einen Einblick in ihre künftigen Aufgaben und Arbeitsbereiche. Bewährtes will sie weiterführen und Neues entwickeln. So wird sie ihre Vorgängerin in der Arbeitsgemeinschaft „Flüchtlingsarbeit“ und im Diakonie-Ausschuss ablösen. Auch die Klimaschutz-Aktivitäten des Dekanats möchte sie vorantreiben.

 

„Kirche sollte sichtbar sein – auch außerhalb des klassischen Sonntagsgottesdienstes“, so ihre Überzeugung. Sie will daran mitwirken, „die Relevanz der Kirche im gesellschaftlichen Diskurs deutlich zu machen“. Hier denkt sie an dekanatsweite Projekte in Kooperation mit dem Gemeindepädagogischen Dienst und der Fachstelle Ökumene, etwa demokratiebildende oder kulturelle Angebote für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus überlegt sie, wie sich in der Zusammenarbeit mit den Nachbardekanaten Wetterau und Vogelsberg Synergieeffekte nutzen lassen, um überregionale Ideen zu entwickeln.

 

Durch ihr freiwilliges Engagement kennt sie bereits viele ihrer angehenden Kolleginnen und Kollegen, die übrigen will sie so schnell wie möglich kennenlernen. „Ich fühle mich hier im Dekanat sehr wohl und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen in den unterschiedlichen Bereichen.“ (stk)