- Veranstaltungen
- Arbeitsfelder
- Das Dekanat
- Nachbarschaftsräume
- Evangelische Jugend
- Veranstaltungen
- Arbeitsfelder
- Das Dekanat
- Nachbarschaftsräume
- Evangelische Jugend
© Birgit Arndt / fundus.media
Gerade haben wir einen Pfarrkollegen in den Ruhestand verabschiedet und ein weiterer wird dieses Jahr noch folgen. Eine Situation, die in vielen Ecken unserer Landeskirche gerade an der Tagesordnung ist. Wir hören, dass es auf 100 Stellen nur zehn Bewerber gibt. Irgendwie lässt man da die Schultern etwas hängen.
Ich habe aber Grund mich zu freuen, denn ich habe eine Schulpraktikantin aus der Oberstufe, die in diesen Wochen vor den Ferien in meinen Beruf reinschnuppern will. Nach den ersten Tagen merke ich, dass ich versuche, wie sie von außen auf meine Tätigkeit zu schauen.
Ich bin mit meiner Berufswahl sehr glücklich. Es ist viel, aber es ist auch ein dankbarer Beruf. Die Begleitung und die seelsorgliche Arbeit mit den Menschen in meinen Gemeinden gibt mir sehr viel zurück.
Ich möchte dieser jungen Praktikantin vermitteln, wie erfüllend diese Arbeit ist. Stattdessen habe ich sie in den vergangenen Tagen von Sitzung zu Sitzung mitgeschleppt und dachte, damit kann ich bei diesem jungen Menschen nicht den Funken für den Pfarrberuf entfachen.
Sie erzählte mir zu Beginn, dass der Pfarrberuf in ihren Augen attraktiv ist, weil er so vielseitig ist. Eigentlich stimmt das ja auch. Nur die Daten in meinem Kalender spiegeln das gerade nicht wider. Ich merke selbst, dass die Situation erschöpfend ist und nicht ganz das Spektrum unserer Arbeit zeigt.
Sie fragte mich nach meiner Motivation, Pfarrerin zu werden, denn ich habe ja schon einige andere Berufe vorher gemacht. Ich antwortete, dass ich es als meine Aufgabe sehe, meine Arbeit so gut zu machen, dass die Menschen wieder positiv auf die Kirche sehen, dass sie gerne unsere Angebote wie die Seelsorge, Gottesdienste, Kreise wahrnehmen und mit uns Gemeinschaft im Sinne von Jesus feiern.
Dieser 3. Sonntag nach Trinitatis ist der Sonntag der „offenen Arme“. Die Geschichte vom verlorenen Sohn, der das Erbe durchgebracht hat und trotzdem vom Vater mit offenen Armen empfangen wird, steht im Mittelpunkt. Und das passt prima.
Am Sonntag feiern wir bereits das dritte Mal das Gemeindefest unseres Nachbarschaftsraumes. Vieles ist noch im Werden und Entstehen, aber es gibt bei allem eine große Freude und Dankbarkeit darüber, dass wir so gut miteinander auskommen und so konstruktiv an alle Aufgaben herangehen.
Das war nur möglich, weil die Menschen sich untereinander nicht mit verschränkten Armen, sondern mit offenen Armen begegnet sind. Es ist eben eine Frage der Haltung. Ich hoffe, ich kann diesem jungen Menschen genau das vermitteln: Alles ist möglich, dem der da glaubt.
Zum Glück stehen noch viele andere Termine in den nächsten Tagen an, die besser zeigen, wie schön unser Beruf ist. Vielleicht kann ich langfristig die Zahl der Bewerber auf 100 Stellen damit auf elf erhöhen.
Tanja Langer ist Pfarrerin im Nachbarschaftsraum Evangelische Kirchen am Limes
Paul Seling/Pexels.comOb eine schwere Krankheit, ein Trauerfall in der Familie, das belastende Gefühl, einsam zu sein, oder einfach nur ein Coffee-to-go und Feierabend, – nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Impulse für Glauben und ihren Alltag mit seinen Herausforderungen und Freuden aufzugreifen.
Tobias Frick/fundus-medien.deHier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.
