- Veranstaltungen
- Arbeitsfelder
- Das Dekanat
- Nachbarschaftsräume
- Evangelische Jugend
- Veranstaltungen
- Arbeitsfelder
- Das Dekanat
- Nachbarschaftsräume
- Evangelische Jugend
© Birgit Arndt / fundus.media
Sonntagmorgen. Vielleicht sitzen Sie gerade beim Frühstück. Auf dem Tisch dampft der Kaffee, daneben steht der Brotkorb.
Bei uns zu Hause ist dieser geflochtene Korb sorgsam mit einer Stoffserviette ausgelegt. Ich gebe offen zu: Das verdanke ich nicht meinem eigenen Sinn für Tischkultur, sondern meiner Frau. Sie hat mich freundlich daran erinnert, dass da unbedingt ein Tuch hineingehört. Ich selbst hätte das Gebäck vermutlich einfach so hineingelegt. Doch sie hat recht: Der Stoff schützt das Geflecht, fängt Krümel auf und zeigt, dass sich jemand Mühe gegeben hat.
Solche Alltagsgegenstände nutzen wir meist ganz beiläufig. Doch heute feiern wir Erntedank. In den Kirchen stehen festlich geschmückte Altäre mit Kürbissen, Ähren und bunten Früchten. Überall begegnet uns die Fülle. Und dennoch blicken viele von uns innerlich eher in eine leere Schale.
Die Supermarktregale sind zwar voll, aber die eigenen Kraftreserven erschöpft. Termindruck, persönliche Sorgen und das ständige Gefühl, funktionieren zu müssen, fordern ihren Tribut. Manchmal stehen wir mit leeren Händen da und fragen uns, woher die Energie für die kommenden Aufgaben kommen soll.
Im Markusevangelium begegnen wir einer verblüffend ähnlichen Situation. Eine riesige Gruppe lagert mit Jesus in der Einöde. Nach drei Tagen melden sich die knurrenden Mägen, und die Jünger sind ratlos: Woher Brot nehmen für so viele Menschen? Ganze sieben Fladen und ein paar Fische haben sie noch bei sich.
Jesus hadert nicht mit dem Mangel. Er wartet auch nicht auf gefüllte Scheunen. Er nimmt das wenige Vorhandene in die Hände, blickt auf und dankt Gott. Danach lässt er das Essen austeilen. Und dann geschieht das Erstaunliche: Alle viertausend Menschen essen und werden satt. Am Ende sammeln die Freunde Jesu sogar noch sieben Körbe voller Reste ein.
Gottes Fürsorge ist nicht auf Kante genäht. Sie schenkt Wegzehrung im Überfluss, damit niemand auf dem Heimweg zusammenbrechen muss. Ein Korb besitzt keinen Deckel und kein Schloss. Man kann darin nichts einsperren oder horten. Er ist nach oben offen, bereit zum Füllen – und dazu bestimmt, am Tisch von Hand zu Hand zu wandern.
Darin liegt die eigentliche Botschaft dieses Tages: Das, worauf es im Leben ankommt, können wir weder erzwingen noch allein erarbeiten. Atem, Geborgenheit, Liebe und Zuversicht lassen sich nur schenken. Wir dürfen einfach die Hände aufhalten und empfangen.
Wenn Sie heute Ihren Korb auf den Tisch stellen – ganz egal, ob mit oder ohne Serviette –, dann halten Sie kurz inne. Blicken Sie dankbar auf das Unscheinbare, das Ihren Alltag trägt. Und vertrauen Sie darauf, dass Gott auch für Ihren Weg mehr als genug bereithält.
Florian Wachter ist Pfarrer im Nachbarschaftsraum Büdingen
Paul Seling/Pexels.comOb eine schwere Krankheit, ein Trauerfall in der Familie, das belastende Gefühl, einsam zu sein, oder einfach nur ein Coffee-to-go und Feierabend, – nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Impulse für Glauben und ihren Alltag mit seinen Herausforderungen und Freuden aufzugreifen.
Tobias Frick/fundus-medien.deHier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.
