Ein gutes Leben trotz Demenz

veröffentlicht 20.10.2026, Kirche im Evangelischen Dekanat Büdinger Land

In Büdingen und Umgebung soll ein neuer Verein für Menschen mit einer Demenzerkrankung und deren Angehörige entstehen.

Ein Verein für ein gutes Leben trotz Demenz – diese Idee möchten Charlotte Tefarikis und Astrid Pfarschner in Büdingen und Umgebung auf den Weg bringen. Tefarikis, Gemeindepflegerin in Büdingen, und Pfarschner, zuständig für Alten-, Demenz- und Hospizseelsorge im Evangelischen Dekanat Büdinger Land, laden deshalb zu einem ersten Informations- und Kennenlernabend ein. 

Eingeladen zum Mitmachen sind Betroffene, Menschen mit persönlicher Erfahrung, aber auch Interessierte, die sich gerne in irgendeiner Form einbringen möchten, um Betroffene und ihre Angehörigen praktisch zu unterstützen – mit Zeit, Erfahrung oder einem offenen Ohr. „Der Leseonkel“ wird ebenso gebraucht wie „die Einkäuferin“ oder „Zuhörerin“. Auch als „Zeitschenker“ kann man helfen, indem man sich um den Erkrankten kümmert und pflegenden Angehörigen Freiräume verschafft. Die Möglichkeiten zu helfen sind vielfältig. Darüber wollen die Initiatorinnen sprechen, Ideen sammeln und nächste Schritte planen. 

In Deutschland leben 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die ersten Symptome zeigen sich meist lange vor der Diagnose. Trotzdem trifft die Diagnose Betroffene und ihr Umfeld oft wie ein Schock. Demenz kann man nicht heilen und nur bei wenigen Formen lässt sich der Verlauf etwas verlangsamen. Die chronisch fortschreitende Erkrankung geht mit dem zunehmenden Verlust vertrauter Fähigkeiten und Alltagskompetenzen einher; Betroffene brauchen immer mehr Unterstützung. 

Angehörige übernehmen immer mehr Verantwortung, helfen, pflegen, stehen oft rund um die Uhr bereit – manchmal zusätzlich zum Beruf. Viele stoßen dabei an ihre Grenzen, fühlen sich allein gelassen und tragen eine schwere Last. 

Zudem gilt Demenz noch immer als Tabuthema. Familien sprechen selten offen darüber, was Betroffene und Pflegende isoliert. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Kontakt zu anderen Menschen werden schwieriger. Der steigende Pflegeaufwand verstärkt diese Isolation. 

Deshalb ist es wichtig, Betroffene und Angehörige zu unterstützen. Das kann Beratung sein, Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, Vermittlung von Anlaufstellen, Gründung von Selbsthilfegruppen, Gesprächskreisen, Betreuungsangeboten, Freizeitaktivitäten oder einfach ein offenes Ohr. 

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. ist der größte Dachverband zum Thema Demenz in Deutschland. Mit ihrer Unterstützung lasse sich in Büdingen und Umgebung rasch ein regionaler Verein gründen, so Tefarikis und Pfarschner. Die Gemeinnützigkeit ermöglicht es, Spenden zu sammeln. 

Der erste Info- und Kennenlernabend findet am Freitag, 13. November, ab 19 Uhr in den Räumen der Hospizhilfe Büdinger Land e.V., Steinweg 20 in Büdingen, statt. Charlotte Tefarikis und Astrid Pfarschner leiten die Veranstaltung. 

Kontakt zu den Initiatorinnen per E-Mail:

charlotte.tefarikis(at)stadt-buedingen.de oder 

astrid.pfarschner(at)ekhn.de