Im Dialog bleiben – Zusammenhalt stärken

veröffentlicht 26.06.2026, Kirche im Evangelischen Dekanat Büdinger Land

Saba-Nur Cheema, Meron Mendel und Staatsministerin Heike Hofmann diskutieren in Bad Salzhausen mit dem Publikum.

Die vergangenen Monate haben nicht nur in unserer Region ein deutliches Signal gesendet: Der Zuspruch zu rechtspopulistischen und antidemokratischen Positionen ist gewachsen. Das verunsichert viele – und wirft Fragen auf: Wie steht es um unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt? Wie gehen wir miteinander ins Gespräch, wenn Positionen immer weiter auseinanderdriften? Und wie gelingt es, Demokratie im Alltag zu leben und zu verteidigen?

Gerade in Zeiten wie diesen braucht es Orte, an denen Austausch möglich ist – offen, respektvoll und ohne vorschnelle Urteile. Orte, an denen unterschiedliche Perspektiven nicht nur aufeinandertreffen, sondern auch ausgehalten werden. Am Montag, 3. August, gestalten im Parksaal Bad Salzhausen Dr. Saba-Nur Cheema, Prof. Dr. Meron Mendel und Staatsministerin Heike Hofmann einen Abend, der Raum für genau diesen Austausch schaffen möchte. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

„Nicht die Kontroverse ist das Problem unserer Zeit, sondern eine weitverbreitete Empfindlichkeit, die Unterschiede schnell als Bedrohung wahrnimmt. Wie gelingt uns dennoch ein gutes Miteinander – auch in Zeiten der Polarisierung und des Konflikts? Darüber freuen wir uns, gemeinsam mit Staatsministerin Heike Hofmann ins Gespräch zu kommen“, so Saba-Nur Cheema und Meron Mendel.

Einladende sind das Evangelische Dekanat Büdinger Land und die Initiative für Vielfalt und Demokratie Altenstadt gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI).

Die Veranstaltung wird von Hans Erich Seum, Vorsitzender der Altenstädter Gesellschaft für Geschichte und Kultur, moderiert. Das Podiumsgespräch leitet Pfarrer i. R. Konrad Schulz, Mit-Initiator der Reihe „Talk am Turm“.

Zum Auftakt kommen die Gäste in einem moderierten Gespräch miteinander in den Austausch. Im Anschluss ist das Publikum eingeladen, sich einzubringen: mit Fragen, Gedanken, Widerspruch oder eigenen Erfahrungen.

Im Mittelpunkt stehen Themen, die viele Menschen bewegen: gesellschaftlicher Zusammenhalt, demokratische Kultur und Streitfähigkeit – ebenso wie der Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und anderen Formen von Ausgrenzung. Es geht nicht darum, einfache Antworten zu finden, sondern darum, einander zuzuhören, Perspektiven zu verstehen und im Gespräch zu bleiben.

„Wir als Gesellschaft müssen wieder lernen, Unterschiede auszuhalten und mit Blick auf andere Haltungen oder uns fremd erscheinende religiöse Weltanschauungen ein respektvolles Miteinander zu pflegen“, so Heike Hofmann.

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten. Der Eintritt ist frei.

Info: Meron Mendel und Saba-Nur Cheema

Prof. Dr. Meron Mendel ist Historiker und Professor für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt transnationale Soziale Arbeit. Als Direktor der Bildungsstätte Anne Frank prägt er seit Jahren die fachliche und öffentliche Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus, Erinnerungskultur und demokratischer Bildung. In Wissenschaft, Politikberatung und Medien verbindet er historische Perspektiven mit aktuellen Fragen von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Konfliktbearbeitung in der Migrationsgesellschaft.

Dr. Saba-Nur Cheema ist Politologin mit ausgewiesener Expertise in den Bereichen antimuslimischer Rassismus, Präventionsarbeit, politische Bildung und pluralistische Demokratie. Sie war viele Jahre in leitender Funktion in der Bildungsarbeit tätig und arbeitet an der Schnittstelle von Praxis, Wissenschaft und Öffentlichkeit zu Fragen von Zugehörigkeit, Diversität und gesellschaftlicher Aushandlung in einer postmigrantischen Gesellschaft.

Gemeinsam schreiben sie die Kolumne Muslimisch-jüdisches Abendbrot; zudem haben sie das gleichnamige Buch Muslimisch-jüdisches Abendbrot veröffentlicht. Darin entwickeln sie – ausgehend von ihren jeweiligen biografischen und religiösen Perspektiven – einen dialogischen Zugang zu Streitkultur, Differenz und Verständigung und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Debatten über Demokratie, Polarisierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.